Als Händler und Anleger sind Sie wahrscheinlich mit dem Spruch „Sell in May and go away“ vertraut. Er besagt, dass die Performance des Aktienmarktes zwischen Mai und Oktober im Allgemeinen schwächer ist als in den dynamischeren Monaten von November bis April. Aber ist da etwas Wahres dran? Die Legende besagt, dass der Ausdruck ursprünglich von einem alten englischen Sprichwort stammt: „Sell in May and go away, and come back on St. Leger’s Day“. Dieser Spruch war mit britischen Aristokraten verbunden, die während des Sommers die heiße Stadt London verließen und nach dem Pferderennen St. Leger’s Stakes im September zurückkehrten. Was als Lebensstilwahl für die Reichen begann, hat sich zu einer weltweit beobachteten finanziellen Strategie an den Aktienmärkten entwickelt. Abgesehen von der üblichen Fokussierung auf den US-Aktienmarkt wollen wir den so genannten „Halloween-Effekt“ – ein anderer Begriff für diese saisonale Baisse –hir einige wichtigen globalen Märkten, einschließlich der USA, untersuchen.

Bei der Analyse der saisonalen Charts verschiedener Indizes zeigt sich, dass die Durchschnittskurse im Zeitraum Mai bis Oktober tatsächlich einen Rückgang aufweisen. Der FTSE 100, der DAX, der CAC 40, der DOW und sogar der Nikkei 225 verdeutlichen diesen saisonalen Abwärtstrend über die letzten 25 Jahre. Die Charts zeigen, dass die Renditen in diesen Monaten deutlich zurückgehen, auch wenn sie nicht in jedem Jahr genau diesem Muster folgen. Das Mantra „Sell in May“ könnte auf ein bärisches Halbjahr hindeuten. Bedenken Sie jedoch, dass dies nur ein Teil des Marktpuzzles ist. Normalerweise steigen die Aktien in diesen Monaten nicht so stark, aber sie stürzen auch nicht unbedingt ab.